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16.08.2019

Ein Schwan oder ein Pelikan?

Rittershausen feiert seine Kirche: Das Gotteshaus wird 250 Jahre alt. Ein Rundweg informiert über die Historie und lädt zu Entdeckungen ein ...


Von Frank Rademacher

 

Drei Jahre, bevor es einen gewissen Johann Wolfgang von Goethe nach Wetzlar verschlug, beschenkten sich die Rittershäuser gewissermaßen selbst mit dem Bau einer neuen Kirche. 250 Jahre ist das her und wird in den kommenden Wochen und Monaten entsprechend gefeiert.

 

Auch vor dem Jahr 1769 hatte Rittershausen schon eine Kirche – sie stand etwa 100 Meter entfernt, wo heute die Bushaltestelle ist. Bis 1575 war diese Kapelle einmal katholisch.

 

Zwei hölzerne Stützbalken und die Glocke wanderten damals mit in den Neubau. Die Glocke ziert das gleiche Emblem wie die der Nikolaikirche in Siegen, die 1463 gegossen wurde. Für Nicole Eckhardt und ihre Mitstreiterinnen aus dem Kirchenvorstand ein Indiz dafür, dass die Glocke auch aus dem 15. Jahrhundert stammt. Im Kirchengewölbe gibt es immer noch ein Loch, durch das früher die Glocke mit einem Seil zum Läuten gebracht wurde.

 

Die erste „Renovierung“ des Gotteshauses ließ nur wenige Jahre auf sich warten: Der für die Innengestaltung engagierte Maler war mit vielen Bildern nämlich über das gesetzte Ziel und die vorherrschenden protestantischen Vorstellungen hinausgeschossen. So musste er auch einen Schwan (Foto) an der Decke wieder übermalen, der vermutlich einen Pelikan darstellen sollte.

 

Den exotischen Wasservogel hatten Kreuzfahrer dabei beobachtet, wie er sich die Brust blutig riss. Auch wenn die Kirchenkrieger vermutlich einer optischen Täuschung aufgesessen waren, wurde der Pelikan zum Symbol für den Opfertod Christi. Das Gemälde trat erst viele Jahre später bei einer Renovierung wieder ans Tageslicht.

 

Verschwunden war zeitweise auch der 1769 mit Steinen aus der Dietzhölze gestaltete Kirchenboden im Fischgrätmuster. Was im vergangenen Jahrhundert mal mit Beton abgedeckt worden war, sorgte später dafür, dass das Gotteshaus heute unter Denkmalschutz steht.

 

Drei Kilometer langer Kirchen-Rundweg

 

Für eine katholische Note sorgt auch heute noch ein Kreuz über dem Altar mit dem gekreuzigten Jesus. Das hatte ein Unternehmer aus dem Ort gespendet und daran die Bedingung geknüpft, dass der Kanzeldeckel verschwinden müsse. Viele Details aus der Geschichte der Rittershäuser Kirche können Interessierte auf einem rund drei Kilometer langen Rundweg erfahren, der am Gebäude beginnt und dort auch endet.

 

An fast 20 Stationen gibt es Informationen über das Gotteshaus, an einigen können die Spaziergänger selbst aktiv werden, etwa bei einem Puzzle. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres hatte der Jugendchor im April ein Konzert gegeben.

 

Am 25. August soll der Geburtstag mit einem Dorffest gefeiert werden. Los geht es um 10.40 Uhr mit einem Familiengottesdienst. Die ungewohnte Zeit ist eine Reminiszenz an frühere Zeiten, als der sonntägliche Gottesdienst zu dieser Uhrzeit begann. Im Anschluss gibt es Spiel und Spaß im und rund um das Gotteshaus. Unterstützt wird die Kirchengemeinde dabei von örtlichen Vereinen, die eunter anderem in Wettspritzen und einen Wettbewerb um den härtesten Schuss organisieren.

 

Kinder haben die Gelegenheit, mit einem Seil gesichert bis ganz oben in den Kirchturm zu klettern. Und während der Posaunenchor musikalisch durch 250 Jahre führt, gibt es an zahlreichen Ständen Essen und Getränke. Den Abschluss bildet ein Entenrennen in der Dietzhölze, das bei Niedrigwasser durch ein Bällerennen im Bernsbach ersetzt wird.

 

Am 2. Dezember folgt noch ein Mitmachkonzert für Kinder mit Daniel Kallauch, ehe am 3. Dezember – dem Tag des Richtfestes vor 250 Jahren – ein Lobpreisabend mit der Band „One Aim“ den Festreigen abschließt.

 

In Arbeit ist derzeit auch noch ein Jubiläumsbildband, der vor Weihnachten fertig werden soll. 

 

 


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