
In Zukunft | Den Wandel gestalten
Den Wandel wahr nehmen
Die Zahl der evangelischen Christen im Dill-Kreis schrumpft. Das hängt weniger mit Austritten als mit dem demografischen Wandel zusammen.
Schon jetzt werden immer weniger Kinder geboren und die Menschen leben länger. In den kommenden Jahren werden sich auch die insgesamt 35 Kirchengemeinden zwischen Dietzhölztal und Nenderoth verändern. 2013 wird höchstwahrscheinlich ein Scheitelpunkt erreicht sein: der Anteil der älteren Menschen wird dann erstmals über dem der jüngeren Menschen liegen. In den Dekanaten Dillenburg und Herborn ist schon jetzt die Geburtenrate zu gering, um diesen gesellschaftlichen Wandel aufzuhalten. Schon jetzt bewegen sich die Zahlen der Beerdigungen auf hohem Niveau.
Die Zukunft der Gemeinden gestalten
Die Dekanate Dillenburg und Herborn suchen bereits nach neuen Wegen, um den Anforderungen der Zukunft zu entsprechen. Einige Kirchen und Gemeindehäuser wurden barrierefrei umgestaltet, damit ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen auch mit Gehhilfen oder Rollstühlen an Gemeindeveranstaltungen oder Gottesdiensten teilnehmen können. Diese baulichen Veränderungen sind sinnvoll, sie kommen genauso jungen Familien mit Kinderwagen zu Gute. Manche Gemeinden bieten Nachbarschaftshilfen oder Patenschaften sowie Fahrdienste an.
Hilfreich sind freiwillige Kooperationen über Gemeindegrenzen hinweg und zwischen den beiden Dekanaten Dillenburg und Herborn. Ortsgemeinden können so weiter entlastet werden und sich auf ihre Aufgaben konzentrieren, um die Menschen in den Dörfern und Städten besser begleiten zu können.
Eine Zukunftskonferenz soll bald die Gemeinden mobilisieren, sich auf die Veränderungen einzustellen. Die Dekanate Dillenburg und Herborn werden 2011 gemeinsam ein entsprechendes Projekt initiieren. Gute Ideen und Ansätze sollen Modellhaft für andere Gemeinden weiterentwickelt werden.
Die Veränderungen lassen sich absehen
Die Entwicklung lässt sich gut darstellen. Die Baum-Grafik spiegelt die Altersstruktur der Kirchenmitglieder in den Dekanaten im Vergleich zur Entwicklung in der EKHN (lila Linie) wider:
Die "Hochbetagten" (Jahrgang 1909) sind oben, unten stehen die 2004 geborenen und getauften Menschen. Auffällig ist, dass die Hochbetagten und die Zahl der Neuzugänge die kleinste Gruppe unter den Generationen bilden.
2013 wird der Scheitelpunkt erreicht sein: der Anteil der älteren Menschen wird dann erstmals über dem der jüngeren Menschen liegen. In den Dekanaten Dillenburg und Herborn wird die Geburtenrate gering ausfallen, die Beerdigungen bewegen sich weiter auf hohem Niveau.
Die Mehreinnahmen an Kirchensteuer in den vergangenen Jahren waren sehr erfreulich, es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einnahmen langfristig einbrechen werden. Der Dillenburger Dekan Roland Jaeckle wies in seinen Synodenberichten 2008 und 2010 darauf hin, dass der demografische Wandel bereits eingesetzt habe. Die Zahl der Taufen und die Zahl der Konfirmanden gehe - ähnlich wie im Dekanat Herborn - deutlich zurück, im Vergleich dazu steige die Zahl der Beerdigungen.
Bei einer sich verkleinernden Zahl der Kirchenmitglieder wird sich auch die Zahl der Pfarrerstellen reduzieren. In Folge dessen hat es zwischen Donsbach und Niederscheld eine weitere pfarramtliche Verbindung im Dekanat Dillenburg gegeben. Der Dekan regt eine Zukunfts-Diskussion in den Kirchenvorständen an, wie die Veränderungen konstruktiv gestaltet werden können. In seinen Berichten 2008 und 2010 verweist Pfarrer Roland Jaeckle auf die Notwendigkeit, neue Geldquellen zur Finanzierung gemeindlicher Aufgaben zu erschließen und auf die Qualität der Gemeindearbeit zu achten.
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Zum demografischen Wandel in den Gemeinden im Dekanat Dillenburg äußert sich Dekan Roland Jaeckle in seinen Berichten.
Zur Entwicklung im Lahn-Dill-Kreis
Der demografische Wandel ist im Lahn-Dill-Kreis angekommen. Das ist das Ergebnis einer 2004 veröffentlichten Studie des Landes Hessen. Sie hat die Bevölkerungsentwicklung im Lahn-Dill-Kreis untersucht.
Die Ergebnisse als Download » hier
» Broschüre:
Den demografischen
Wandel gestalten
(PDF-Datei) (4,87KB)
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