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Zehn Gebote
Die Zehn Gebote, auch Dekalog genannt (deka = zehn; logos = Wort), sind in der Bibel zweimal überliefert: 2. Mose 20,2-17 und 5. Mose 5,6-21. Bei genauem Hinsehen wird man feststellen, dass streng genommen nicht von zehn Geboten, sondern von elf die Rede sein müsste. Die christlichen Kirchen haben das Problem unterschiedlich gelöst: Katholiken und Lutheraner fassen die ersten beiden Gebote zu einem zusammen bzw. lassen das Bilderverbot wegfallen, die Reformierten und die Orthodoxen die letzten beiden. Dass es zehn Gebote sind, wird nicht selten so begründet, dass man sie anhand der zehn Finger leichter lernen kann. Ausdrücklich auf zehn Gebote, genauer auf „Zehn Worte“, nehmen 2. Mose 34,28 sowie 5. Mose 4,13 und 10,4 Bezug. In diesen Bibelstellen ist von zwei Tafeln die Rede, auf die die Gebote geschrieben wurden - von Gott selbst bzw. Mose. Vergleicht man die beiden alttestamentlichen Fassungen, dann fällt auf, dass der Kern beider Versionen identisch ist. In der Begründung einzelner Gebote (Sabbatgebot) zeichnen sich jedoch Unterschiede ab. Neben Verboten - Verehrung fremder Götter, Herstellung von Gottesbildern, Missbrauch des Gottesnamens, unrechtmäßiges Töten fremden Lebens, Ehebruch, Diebstahl, falsches Zeugnis, Begierde nach der Frau und dem Besitz des Nächsten -, sind einige Gebote positiv formuliert: Geboten werden die Heiligung des Sabbats und die Ehrung der Eltern. Die ersten vier Gebote sind ausführlich gehalten, die folgenden bestehen nur aus dem Gebots- oder Verbotstext. Die Zehn Gebote sind zwar als Grundlage einer allgemeinen moralischen Orientierung durchaus akzeptiert, aber sie sind letztlich nicht vom Glauben an Gott ablösbar. Dem Zuspruch seiner Liebe und Zuwendung zu den Menschen korrespondiert das verantwortungsvolle Handeln jedes Einzelnen. Gottes- und Nächstenliebe bilden den Rahmen der Zehn Gebote. Die christlichen Kirchen interpretieren diese Gebote im Lichte des Evangeliums von Jesus Christus. Der Mensch stiftet sich seine Lebensgrundlagen nicht selbst, sondern nimmt sie als Geschenk, vorgegeben an. Seine Antwort besteht in einer verantwortlichen Lebensgestaltung, die um die Bedingtheit menschlichen Handelns weiß, die an Sünde und Schuld nicht zerbricht, sondern im Vertrauen auf die freisprechende Gnade Gottes einen Neuanfang möglich macht
Zorn Gottes
„Da entbrannt Gottes Zorn“, so heißt es mehrmals in der Bibel. Aber können wir heute noch von einem zornigen Gott reden? Die einen lehnen es ab weil sie einen zornigen Gott mit dem Gott, den Jesus als den Gott der Liebe verkündet hat, nicht zusammen bringen können. Die anderen halten fest an der Rede vom zornigen Gott als biblisch vorgegeben und notwendig um den Ernst der Verkündigung zu erhalten. Doch es geht weder darum, einen lieben Gott wie ein überdimensionales Kuscheltier in die Wolken zu zeichnen noch einen unberechenbaren Gott zu verkünden, mal liebend, mal zornig, vor dem letztlich nur Furcht und Unsicherheit ausgeht. Mit der Rede vom Zorn Gottes soll den Menschen im Gegensatz zu einem trockenen, leblosen Gott der Philosophen ein sehr leidenschaftli-cher, an seinen Menschen interessierter Gott gezeigt werden. Gott hat die Menschen als Partner erwählt, er hat mit ihnen seinen Bund geschlossen. Er nimmt sie ernst, mit allen Konsequenzen ihres Tuns.Da, wo sie den Bund verletzen, das Recht vernachlässigen, sich den sichtbaren Göttern, den Götzen zuwenden, da entbrennt der Zorn Gottes. Sein Zorn richtet sich gegen das, was er in seiner Liebe nicht will. Jeder, der wirklich liebt, kann diese biblische Rede nachvollziehen: Liebe ohne Zorn ist leblos und nicht mehr am anderen interessiert. Doch es bleibt immer von Liebe umschlossener Zorn. So reden Altes und Neues Testament vom Erbarmen Gottes, das immer wieder das letzte Wort hat.
Zölibat
(lat: coelebs = unverheiratet) bezeichnet eine schon in der Antike angestrebte Lebensform (vgl. auch Paulus, 1. Korinther 7,lff.), die seit dem 12. Jahrhundert für katholische Priester und Mönche verbindlich ist (in der Orthodoxie nur für Bischöfe). In den Kirchen der Reformation ist sie aufgehoben worden.
Zweifel
Im Zusammenhang des Glaubens gibt es zwei Formen des Zweifels. Die eine bestreitet grundsätzlich, dass es Gott gibt. Die andere stellt nicht die Gewissheit der Glaubensinhalte in Frage, sondern beschreibt die Erfahrung des „verborgenen Gottes“, dass der Glaube meinem Leben nicht mehr Zuversicht und Hoffnung zu geben vermag. Wer an Gott glaubt, der erlebt erfahrungsgemäß auch Phasen, in denen das, was er einmal zu glauben gelernt hat, ihm keinen Halt (mehr) gibt. Zweifel melden sich dann, ob das mit dem Glauben auch wirklich alles stimmt. Glaubensgewissheit aber kann sich niemand selbst vermitteln bzw. verordnen. Glaube lässt sich nicht machen, entzieht sich der Verfügbarkeit, ist Geschenk. Um den Glauben kann man Gott bitten und am besten in der Gemeinschaft mit anderen Christen Glaubensfragen nachspüren. Entdeckungen der Nähe Gottes bleiben dann auch nicht aus.
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