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» Seelsorge» Sakrament

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Sakrament

In unserer evangelischen Kirche bezeichnen wir zwei kirchliche Handlungen als Sakrament, Taufe und Abendmahl. Das Wort Sakrament, das im Neuen Testament nicht vorkommt, hat sich erst im Verlauf der Kirchengeschichte zu einem festen Begriff kirchlicher Lehre entwickelt. Ein Sakrament ist eine zeichenhafte Handlung, die uns mit Gott in Verbindung setzt und die etwas von Gottes Heilshandeln vermittelt, seinen Segen, Vergebung, Vergewisserung seiner Liebe zu uns usw. Hat man sich anfangs keine Gedanken über die Zahl der Sakramente gemacht und vielerlei kirchliche Handlungen als Sakramente bezeich-net, so waren es später sieben kirchliche Handlungen, die 1439 sogar als heilsnotwendige Glaubenswahrheiten zum Dogma erhoben wurden. Diese 7 Sakramente sind - bis zur Gegenwart in der katholischen Kirche gültig - Taufe, Abendmahl (Eucharistie), Buße, Firmung, Ehe, Priesterweihe und letzte Ölung (Sterbesakrament). Martin Luther hat in der Auseinandersetzung mit seiner Kirche nur das als Sakrament anerkannt, was seinen klaren Grund in der Bibel hat. Danach hat er nur noch Taufe und Abendmahl als Sakrament bezeichnet. In symbolischen Handlungen wird uns zeichenhaft veranschaulicht, was Gottes gnädige Zuwendung in Jesus Christus bewirkt, nämlich Vergebung von Schuld, wieder geschenktes neues Leben unter Gottes Gnade und Barmherzigkeit, Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Die Sakramente bewirken nichts anderes als das Wort der Bibel, das uns in Predigt oder seelsor-gerlichem Gespräch zugesprochen wird. Als sichtbares Zeichen aber ist es eine Bekräftigung der im Wort zugesagten Gnade Gottes.

Seelsorge

Was ist Seelsorge? Von Anfang an war christliche Seelsorge das, was Christen einander und anderen Menschen zuteil werden lassen. An den sog. „Werken der Barmherzigkeit“ (Mt.25: u.a. Hungernde speisen, Kranke besuchen, zu Gefangenen gehen; später wurde noch hinzugefügt: Tote bestatten, Trauernde besuchen. Daran also wurde deutlich: Seelsorge ist Beistand, Hilfe, Begleitung, Zuwendung zum Mitmenschen in seiner Not und auf verschiedenen Wegstrecken seines Lebens, bei Einschnitten, Verlusten, Veränderungen, bei Orientierungen im Leben. Dabei ist Seelsorge als christliche Begleitung auf das ganze Leben bezogen, nicht allein auf Probleme, Brüche, Krisen. Am Kranken- und Sterbebett ist die stärkende und tröstende Dimension der Seelsorge besonders deutlich. Seelsorge geschieht dabei in persönlicher Zuwendung im Gespräch, Hören und Reden und sie geschieht in besonderer gegenseitiger Wahr-nehmung, die eine Atmosphäre des Vertrauen braucht und schafft, in gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung. Auf dieser Grundlage ist es möglich, einander mit Vertrauen und dem Gefühl der Sicherheit zu begegnen und sich auf ein Gespräch ohne Angst einzulassen. Christliche Seelsorge lebt davon, daß in ihr die geistliche Dimension mit anwesend ist, die ihre Orientierung der Menschensorge von Jesus Christus verdankt.

Schuld-Sünde Schuld ist persönliche oder gemeinsame Schuld. Heute erkennen wir zusätzlich eine Art „strukturelle Schuld„. Sie betrifft schwere Schäden an Mensch und Natur, die man nicht mehr genau einzelnen Schuldigen zuschreiben kann. Bei der durch Emissionen verursachten Klimaveränderung liegt der größte Schöpfungsschaden überdies noch unsichtbar in der Zukunft. Sünde meint dies alles als Schuld vor Gott, als eine grundsätzliche Schuld, die sich nach dem Alten Testament vor allem in dreifacher Gestalt zeigt: im Versuch des Menschen, zu sein wie Gott (Sündenfallerzählung, Gen 3), in Machtgier, Neid und Gewalt gegen andere (Kain und Abel, Gen 4) und in der grenzenlosen technologischen Selbstherrlichkeit, alles erreichen zu wollen (Turmbau zu Babel, Gen.11). In allem äußert sich mangelndes Vertrauen auf Gott. Anderes tritt an seine Stelle, an das wir unser „Herz hängen„ (Martin Luther). Sünde ist der permanente Verstoß gegen das 1. Gebot. Im Neuen Testament beschreibt Paulus Sünde als Unvermögen des Menschen schlechthin, als Widerspruch zwischen Wollen und Können: „Das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.„(Röm 7, 19) Zusammengefasst treten somit bei dem Wort Sünde nicht (nur) einzelne Verfehlungen („Sünden„) vor Augen; im Singular verweist „Sünde„ auf die falsche Ausrichtung des menschlichen Herzens überhaupt. Überwunden wird sie darum auch nicht durch moralische Appelle und einzelne Anstrengungen, sondern nur durch die Umkehr des Herzens zu Gott kraft seiner uns erneuernden Hilfe aus Liebe und Barmherzigkeit.

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