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K

Kasualien bzw. Kasualhandlungen

Es gibt im Leben der meisten Menschen vier Ereignisse, bei denen sie mit Kirche in Berührung kommen können: Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung. Zum einen werden diese Anlässe als so genannte Kasualien bzw. Kasualhandlungen bezeichnet (lat.: Kasus = Fall). Im Hintergrund steht ein Ereignis, die spezifische Lebenssituation. Zum anderen wird aber auch von "Amtshandlungen" gesprochen. Darin kommt die Perspektive des Pastors/der Pastorin zum Ausdruck, wenn von ihm/ihr eine pfarramtliche, kirchliche Dienstleistung erbeten wird. Die Palette der Kasual- oder Amtshandlungen reicht jedoch weit über die bereits genannten Anlässe hinaus. Dazu gehören die Einweihung einer Schule oder eines Krankenhauses, die Inbetriebnahme einer Brücke oder einer Straße sowie die Ordination eines Pfarrers/einer Pfarrerin, die Einführung von kirchlichen Amtsträgern in ihr jeweiliges Amt (Pastor/Pastorin, Diakon/Diakonin, Bischof/Bischöfin, Kirchenvorsteher/Kirchenvorsteherin, Lektor/Lektorin u. a. m.), die Weihe von Kirchenglocken und die Einweihung von Kirchengebäuden etc. Kasualien sind Amtshandlungen, die sich am Lebenszyklus von Menschen orientieren und Wendepunkte in ihrem Leben markieren. Denkbar wären Kasualien demnach auch, wenn etwa jemand seine Berufsausbildung abschließt und die erste Stelle antritt, pensioniert wird oder auswandert. Hierfür gibt es jedoch keine Tradition, auf die ein Pfarrer/eine Pfarrerin zurückgreifen könnte. Gleichwohl werden immer wieder einmal solche Handlungen nachgefragt Natürlich können Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung auch ohne Mitwirkung der Kirche begangen werden. In der DDR setzte das atheistische Regime der Taufe die Namensgebungsfeier und der Konfirmation die Jugendweihe entgegen, deren Wurzeln jedoch bis ins 19. Jahrhundert reichen. Wer heiratet, muss sich nicht zugleich auch kirchlich trauen lassen. Und auf dem Friedhof sind neben dem Pfarrer/der Pfarrerin längst die Dienste freier Trauerredner gefragt. Worauf es bei den Kasualien aber ankommt: Die Lebenswirklichkeit der Menschen in Verbindung zu bringen mit dem, was Auftrag der Kirche ist: mit der Bibel, mit dem christlichen Glauben. Jeder Mensch braucht, um sich in dieser Welt zurechtzufinden, eine Sicht, Perspektive, Maßstäbe und Vorbilder für sein Verhalten und Handeln, damit er seine Gegenwart und Zukunft gestalten kann. Christlicher Glaube ist von Jesus bestimmt und von der Überzeugung, dass er für das Leben jedes Einzelnen Bedeutung hat

Kirche/Gemeinde

Es hat einen tiefen Sinn, dass das Wort „Kirche“ dreierlei bedeutet. Kleine Kinder denken zu-nächst nur an das Kirchengebäude: “ Da ist Gott.“ Ja! Denn da spricht Gott zur versammelten Gemeinde, und sie antwortet ihm in Lobpreis und Dank. „Wir gehen zur Kirche“ meint jetzt, zweitens, Kirche als gottesdienstliche Versammlung, bei der das Evangelium in rechter Weise laut und das Abendmahl gefeiert wird. Das reicht nach evangelischem Verständnis zur Definition von Kirche. Sie ereignet sich auch, wo „zwei oder drei“ im Namen Jesu versammelt sind (Mt 18,20)und wo Christsein im Alltag bezeugt und gelebt wird. Drittens glauben Christen an die „heilige christliche Kirche“ zusammen mit dem Glauben an den „Heiligen Geist“ (3.Glaubensartikel). Die Kirche - und wir mit ihr - brauchen Gottes Geist der Vergebung, weil die Kirche Schuld auf sich geladen hat und in getrennten Kirchen exi-stiert. Am Anfang der Kirche standen kleine Hausgemeinden, die geisterfüllt die Tischgemeinschaft mit Jesus fortsetzten. Wir hoffen auf eine ökumenische Gemeinschaft aller Kirchen, in der jene Tischgemeinschaft, zu dem Jesus selbst einlädt, in der ganzen Welt wieder möglich ist.

Kreuz-Passion

Das Kreuzeszeichen ist in verschiedensten Varianten ein uraltes vorchristliches Symbol. Durch das Kreuz, an dem Jesus starb, fand es eine neue Bedeutung. Am Kreuz fand Jesu Leiden, seine Passion statt. Seitdem ist es das Erkennungszeichen der Christen. Aber es ist mehr als dies, mehr auch als ein Zeichen der Erinnerung an Jesu Tod. Es ist das Zeichen dafür, daß Gottes Liebe stärker ist als der schrecklichste Tod, stärker als alles Böse, größer als alle Schuld, größer als unsere Halbherzigkeit in der Liebe. Darum ist der Gekreuzigte unser Fürsprecher vor Gott, dem wir vertrauensvoll alles vor die Füße legen können, was wir im Leben falsch machen. Auch unser eigenes Leid ist im Leid des Gekreuzigten aufgehoben. Wo immer Menschen leiden, leidet Gott mit ihnen. Das Kreuz ruft uns aber auch zum Kampf gegen alles Böse und alles Leid dieser Welt auf. Dabei kann uns etwas vom Kreuz Christi aufgelegt und spürbar werden. Da, wo wir anderen Menschen helfen wollen, ihr Kreuz zu tragen oder wenn wir uns für sie einsetzen. Christen vertrauen darauf, daß nicht die Macht der Mächtigen die Welt zum Guten vollenden wird sondern Gottes Liebe, die sich im Kreuz von Golgatha so tief zu uns herabgelassen hat.

Kyrie

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