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E
Erlösung
"Und erlöse uns von dem Bösen" beten wir. Christus ist unser Erlöser und der Tod wird manchmal als Erlösung (E.) verstanden. Für viele ist E. nur noch eine Floskel ohne Bedeutung. Dabei ist E. ursprünglich ein konkretes Bild aus dem Leben. Eines der vielen Bilder, mit denen die Christen das Heil beschreiben wollten, das mit Jesus kam. Das, was E. meint, verstehen wir, wenn wir von Geiselnahmen hören. Denn da geht es um Lösegeld. Erlösung bedeutete ursprünglich "aus Gefangenschaft befreit werden". Was in der Bibel mit E. ausgesagt wird, ist: Die Menschen sind im Bösen gefangen. Jesus gibt sich freiwillig durch seinen Tod in die Gewalt des Bösen, zahlt damit das Lösegeld (Markus 10,45), befreit so die Menschen aus dieser Gewalt und führt sie in die Freiheit. E. ist ein altes Bild, aber für mich unverzichtbar weil durch dieses Bild den Nachfolgern Jesu ein Auftrag gegeben wird. Christen sollen dabei helfen, Gefangene wieder frei zu machen. Egal, ob sich Menschen durch Drogen, Krankheiten oder Schulden gefangen fühlen: Es geht darum, Menschen wieder zur Freiheit zu verhelfen im Namen Gottes, des Erlösers.
Evangelium
(griechisch) bedeutet "Gute Nachricht". Markus machte zwei Generationen nach Jesu Tod und Auferstehung als erster "Evangelium" zum Programm seines Schreibens. Matthäus und Lukas stützten sich auf dieses Evangelium und verbanden es mit weiteren Worten und Überlieferungen Jesu für ihre Gemeinden. Diese drei Evangelien sind so eng miteinander verwandt, dass man sie zum Vergleichen in einer Synopse (= Zusammenschau) nebeneinander drucken kann. Johannes unterscheidet sich in Sprache, Zeit und Vorstellungswelt von den drei Synoptikern. Weitere Evangelien ("Apokryphen" = Verborgene) wurden nicht ins Neue Testament aufgenommen. Die Evangelien wollen nicht historisch-biographisch berichten. Sie legen das Hauptgewicht auf Jesu Verkündigung des Reiches Gottes, erzählen von seinem Handeln für die Menschen und predigen Jesus als Mensch und Gott. Und was ist der Inhalt des Evangeliums, das die Kirche weitersagen soll? Jesus selbst, wie ihn der Engel in der Weihnachtsgeschichte als "große Freude" verkündet und das, was er gesagt, getan und gebracht hat. Für am wichtigsten: Dass Gott gütig ist, wir jederzeit zu ihm (zurück-)kommen können und er uns nimmt, wie wir sind. (Vgl. Lukas, Kapitel 15)
Evangelisch
"Evangelisch" ist die Bezeichnung für alle protestantischen Christen und Kirchen wie z.B. Ev.-Lutherische; Ev.-Reformierte, Ev.-Methodistische Kirche, während sich das Wort "ökumenisch" auf alle Kirchen überhaupt bezieht. Etwa ein Drittel der über eine Milliarde Christen gehören zu den ev. Kirchen. Das Wort leitet sich von griech. "euangelion" ab, lat. "evangelium". Es meint die "Frohe Botschaft" von Jesus Christus. Hierauf bezogen betont "evangelisch" im reformatorisch-protestantischen Verständnis die für Kirche und Glauben grundlegende Bedeutung der Heiligen Schrift, ferner die Rechtfertigung des Menschen "allein" durch Gottes Wort aus Gnade und durch Glauben als Vertrauen auf Gottes Verheißung in Jesus Christus. In dieser sog. Rechtfertigungslehre haben sich das ev. und kath. Kirchenverständnis einander angenähert. Anders als in der röm.-kath. Kirche vertritt die Reformation das "allgemeine Priestertum" jedes getauften Christen und die Einladung zu einem gemeinsamen Abendmahl an alle Christen, da Jesus Christus selbst zu ihm einlädt. Als "evangelikal" bezeichnen sich Christen, Bewegungen und Kirchen mit besonderen Merkmalen (z.B. wörtliches Bibelverständnis, Ablehnung hist.-krit. Auslegung, Evangelisation, Bekehrung). Ev.-methodistische Kirche Vor 250 Jahren treffen sich Studenten in England regelmäßig zum Bibellesen und Gebet. Sie unterstützen Arme und Kranke und besuchen Gefangene. Wegen ihrer konsequenten Haltung werden sie als "Methodisten" verspottet. Auch der Dozent und Pfarrer John Wesley schließt sich dieser Gruppe an. Da immer weniger Menschen in die Kirche kommen, fängt Wesley an, auf öffentlichen Plätzen zu predigen. Immer mehr Menschen lassen sich vom Evangelium begeistern. Er sammelt sie in sog. "Klassen". Daraus erwächst auf den britischen Inseln und später in Amerika eine Bewegung, die mit den Auswirkungen der Reformation in Europa zu vergleichen ist. In Amerika kommen auch deutschsprachige Auswanderer mit der gerade entstandenen Kirche in Kontakt. Einige gehen als Missionare nach Deutschland zurück und gründen hier methodistische Gemeinden, die sich 1968 zur Ev.-Methodistischen Kirche vereinigen. Heute gehören in Deutschland mehr als 80.000 Menschen zu dieser Freikirche. Weltweit zählen wir rund 60 Millionen Methodisten. Finanziert wird die Gemeindearbeit und die ganze Kirche durch freiwillige Beiträge und Spenden.
Ewigkeit
Was ist Ewigkeit (=E.)? Ist es die ins Unendliche verlängerte Zeit? Ist es das Leben nach dem Tode? Unser Denken bleibt in solchen Zeitvorstellungen hängen, weil wir den Ablauf der Geschichte als Zeitabfolge erleben. Die Bibel ist von Menschen geschrieben worden, die wie wir in dieser Zeiterfahrung lebten. So werden wir z.B. an unsere eigene Vergänglichkeit erinnert und mit dem dahinwelkenden Gras (Psalm 90) verglichen. Auch wenn Jesus Bilder des künftigen Lebens und künftigen Gerichtes malt oder in der Offenbarung vom 1000-jährigen Reich geschrieben wird, so stehen dahinter zeitliche Vorstellungen. Was die Bibel mit E. meint, ist aber nicht in zeitlichen Begriffen zu fassen. Nur Gott ist der Ewige. Unsere Vorstellungen von ihm und seiner E. stoßen an die Grenzen des Denkens. Wir können uns nur in Ehrfurcht vor ihm beugen. Gott ist der ganz andere. E. ist eine Aussage des Glaubens. Dem vergänglichen, irrenden, in Schuld verstrickten Menschen steht Gott gegenüber. Seine Gnade und Gerechtigkeit "währet für und für". Sein Wort gilt, ewig, wie sein Liebe zu uns Menschen und zu seiner ganzen Schöpfung. So kann E. schon jetzt in meinem Leben Wirklichkeit werden, nämlich da, wo ich mich als von Gott geliebter Mensch glauben und in seiner ewigen Güte geborgen wissen darf (Johannes 6).
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