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» Beichte, » Beffchen, » b b, » Brot für die Welt, » Buß- und Bettag, » Buße, » Bibel, » Bekenntnis, » Bekehrung
B
Beffchen
Das Beffchen (lat.: biffa = Kragen) ist eine weiße, zweiteilige Halsbinde mit vorne herabhängenden Enden, die von Pfarrerinnen und Pfarrern über dem schwarzen Talar getragen wird. In Hamburg, aber auch in Augsburg wird statt des Beffchens eine Halskrause getragen.
Beichte
Das Bekennen von Sünde wird als Beichte bezeichnet. Dies kann durch einen Einzelnen oder in der Gruppe geschehen. Lange Zeit hatte die Beichte in der evangelischen Kirche keinen hohen Stellenwert. Auf Martin Luther kann man sich dabei aber nicht berufen. Zwei Aspekte der Beichte sind aus der Sicht des Reformators hervorzuheben: Luther lehnt im Blick auf die Beichte jeden Zwang ab. Ein Christ soll wie zu Gottesdienst und Abendmahl freiwillig kommen. Für Martin Luther ist nicht das Bekenntnis der Sünden, sondern die Absolution „das Hauptstück und das Vornehmste an der Beichte“ (Artikel 25, Augsburger Bekenntnis) . In der Folgezeit verlor sich aber das Interesse an der Einzelbeichte. Ende des 17. Jahrhunderts wurde durch den „Berliner Beichtstuhlstreit“ die Einzelbeichte fast vollends abgeschafft. An ihre Stelle trat die allgemeine Beichte. Erst im 19. Jahrhundert gab es etwa durch Claus Harms und Wilhelm Lohe Ansätze zu einer Neuentdeckung der Einzelbeichte. Dietrich Bonhoeffer brach in seiner Schrift „Gemeinsames Leben“ eine Lanze für die Beichte. Er sah in ihr einen Durchbruch zur Gemeinschaft. Schuld macht einsam und isoliert die Menschen untereinander sowie in ihrer Beziehung zu Gott. Erst durch die Beichte werden neue Brücken geschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab u. a. der Deutsche Evangelische Kirchentag 1956 in Frankfurt/Main einen Impuls zur Beschäftigung mit der Beichte. Entscheidend ist bei der Beichte, dass herausgestellt wird: Das Bekenntnis der Sünde ist nicht die Hauptsache, sondern der Zuspruch der Vergebung. Unter dieser Voraussetzung verliert das Sündenbekenntnis seinen demütigenden Charakter. Und nur von ihr her kann ein Neuanfang gewagt werden, kann er auch gelingen.
Bekehrung
Manche kennen noch die Redewendung: Einer wird vom Saulus zum Paulus. Sie beschreibt, daß ein Mensch sich radikal ändert, einen ganz anderen Weg geht als zuvor. So wie Paulus, der von einem Christenverfolger zu einem Menschen wurde, der allen erzählte, daß in Christus Gottes Liebe und Heil für alle zu finden sei. Diese Erkenntnis nennt man Bekehrung. Bekehrung beinhaltet, daß ein Mensch erkennt, daß er bisher in seinem Leben von Dingen, Mächten oder Göttern abhängig war, die ihm letztlich schaden und daß die Hinwendung zu dem Gott, den Jesus uns neu bekannt gemacht hat, Heilung und neues Leben schenkt. Diese Erkenntnis verändert ein Leben sichtbar, deshalb ist in der Bibel auch oft von der Umkehr die Rede. Uns heute ist dieser Begriff eher fremd oder er macht uns Angst. Wir stehen in einer christlichen Tradition, viele von uns sind getauft. Wie können wir da von Bekehrung reden? Wo ist in unserem Leben Umkehr zu sehen? Gibt es Bekehrung nur einmal oder mehrmals? Für mich sind diese Fragen aufgehoben in der Gewißheit, daß die Liebe Gottes uns immer wieder neue Hinwendung zu ihm ermöglicht.
Bekenntnis
Was glauben wir Christen? Das Bekenntnis (=B.) sagt, was uns Christen eint und was uns von anderen Religionen trennt. Es gibt verschiedene Bekenntnisse, die in verschiedenen geschichtlichen Situationen formuliert wurden. In einem B. fassen Menschen das zusammen, was ihnen in ihrem Glauben wichtig und zentral erscheint. Deshalb ist ein B. auch niemals "unfehlbar". Es will helfen zu verstehen, worauf es in der Bibel eigentlich ankommt. Im Gottesdienst bekennen wir unseren Glauben, meinst mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Das ist ein altes B., für viele unverständlich (z.B. Jungfrauengeburt). Deshalb muß es immer wieder neu erklärt werden. Wir sprechen es, weil es uns weltweit mit sehr vielen Christen über alle Zeiten hinweg verbindet. Wichtigstes Zentrum alles Bekenntnisse ist das B. zu Gott, wie ihn uns Jesus Christus gezeigt hat. Dieses B. stiftet Gemeinschaft zwischen Christen und sagt uns: Wir gehören - trotz aller Unterschiede - zusammen!
Bibel
Die Bibel ist das Buch mit der höchsten Auflage, übersetzt in die meisten Sprachen der Erde. Sie ist nicht aus einem Guß: Eigentlich ist sie eine Bibliothek aus 66 Schriften und Büchern, entstanden über einen Zeitraum von ca. 1300 Jahren. Fast alles findet sich darin: Zukunftsprophezeiung und Abenteuer, Liebeslyrik und Krimi, Weisheitssprüche und Familiengeschichten. Was dazugehören sollte, war lange umstritten und auch Luther hat noch überlegt, welche Bücher er in dieser Bibliothek an welchen Platz stellen soll. Erzählt wird die Geschichte von Gott und der Welt: vom Beginn der Schöpfung bis zu ihrer Verwandlung in eine Welt ohne Tränen und Geschrei. Für uns Christen steht Jesus, sein Leben, Sterben und Auferstehen im Zentrum. Ist die Bibel die "Heilige", also besondere, Schrift? Das ist nicht mehr selbstverständlich. Es hängt davon ab, ob ein Mensch für sich entdeckt, daß durch die Texte Gott selbst ihn und sie auch heute noch anspricht und Vertrauen in seine Liebe wecken will. Der Begriff „Bibel“ stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet „die Bücher“ (biblia). Denn die Bibel ist im Grunde nicht ein Buch, sondern eine Bibliothek von insgesamt 66 Büchern - 39 alttestamentliche (nicht einbezogen sind die so genannten Apokryphen, die die Luther-Bibel - anders als die katholische Einheitsübersetzung - nicht zum Kernbestand des Alten Testamentes zählt) sowie 27 neutestamentliche Schriften. Die Bibel umgreift einen Entstehungszeitraum von rund 1.000 Jahren. Die ältesten Texte stammen aus dem 8./9. Jahrhundert v. Chr., die jüngsten aus der Zeit um das Jahr 100 n. Chr. Sie verkörpern eine Vielzahl literarischer Gattungen: Neben Geschichtsbüchern finden sich u. a. Gesetzestexte, romanhafte Erzählungen, Lieder, Gedichte, Gebete, Predigten, biografisch anmutende Texte und Briefe. Nicht alle Verfasser sind bekannt, manche Namen sind später eingefügt worden. Zudem gilt für die Texte: Sie sind nicht in einem Zug niedergeschrieben, sondern mitunter überarbeitet worden. Vieles wurde ursprünglich mündlich überliefert, ehe es jemand aufschrieb. Das Alte Testament umfasst Zeugnisse der Geschichte und des Glaubens des Volkes Israel, das Neue Testament berichtet von Jesus. Erst im 4. Jahrhundert nach Christus ist der so genannte Kanon (Maßstab, Richtschnur) der biblischen Schriften festgelegt worden. Daneben gibt es auch Apokryphen.
Buße
"Buße tun heißt: umkehren in die offenen Arme Gottes" lernen die Konfirmanden. "Buße" begegnet heute im Begriff "Bußgeld" oder der Drohung "Das sollst du mir büßen!" jedoch allenfalls im Sinne von Abbüßen und Wiedergutmachen. Seit der Abschaffung des "Buß- und Bettages" als staatlichem Feiertag wird die Bedeutung von Buße auch gesellschaftlich immer mehr an den Rand gedrängt. Jesu Sendung selbst stand jedoch unter dem Vorzeichen der Buße (Markus 1, 15), in der evangelischen Tradition gehört Buße seit Luthers Thesenanschlag zu den Grundanliegen. Ich verstehe Buße so, dass sie in zwei Richtungen wirkt. Im Blick zurück wird Schuldhaftes und Verletzendes als Verfehlung erkannt und bereut. Im Blick nach vorne bedenke ich selbstkritisch mein Handeln und versuche, die Verantwortung für die Mitmenschen und das Leben generell wahrzunehmen, um Besseres auf den Weg zu bringen. Somit ist das ganze Leben Buße. Sie ist eine Einstellung, eine Haltung, die mein ganzes Leben währt, und nicht nur ein einmaliger, immer wiederkehrender Akt. Buße bedeutet für mich die Einladung Gottes, ein anderer zu werden.
Buß- und Bettag
Außer im Freistaat Sachsen ist der Buß- und Bettag kein staatlich geschützter Feiertag mehr. Er wurde 1996 abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil an der Pflegeversicherung zu kompensieren. Seit 1893 wird er in der evangelischen Kirche in Deutschland einheitlich in der zweiten Novemberhälfte am Mittwoch nach dem Ewigkeitssonntag begangen und geht auf einen alten Brauch zurück, in Notzeiten einen öffentlichen Bußgottesdienst abzuhalten, in dem Gott um Vergebung und Hilfe aus der Not gebeten wird. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden „Landesbußtage“ in den verschiedenen Ländern abgehalten
„Brot für die Welt“
ist eine Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Sie wurde 1959 gegründet und wird alljährlich am 1. Advent gestartet. Träger sind alle evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ fördert die Aktion jährlich mehr als 2.000 Projekte und Programme in Übersee. Aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung gewinnt das Eintreten für die Rechte und Lebensmöglichkeiten der Benachteiligten und der Zukunftsfähigkeit der „Einen Welt“ immer stärker an Bedeutung (Advocacy-Arbeit). In einem nationalen und internationalen Netzwerk von Aktionen, Organisationen und Kooperationen werden fachspezifische Dialoge sowie entwicklungspolitische Bildungs- und Kampagnenarbeit (Lobbying) betrieben. Das Leitmotiv dieser Aktivitäten lautet: „Den Armen Gerechtigkeit!“
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