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Bonhoeffer | Grüße aus dem Westerwald

 

 

Breslau, Berlin, Barcelona, New York und London sind einige der wichtigen Stationen im Leben Dietrich Bonhoeffers. Wenig bekannt ist, dass er sich auch auf dem Gebiet der heutigen EKHN aufhielt. Mit 26 Jahren organisierte Dietrich Bonhoeffer eine deutsch-französische Regionalkonferenz des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen vom 12. bis 14. Juli 1932 in Westerburg und nahm selbst daran teil. Westerburg liegt heute im Dekanat Bad Marienberg. Das Westerburger Schloss war damals eine Jugendburg des Bundes deutscher Jugendvereine.



Bonhoeffer hatte in seiner Funktion als Jugendsekretär der internationalen Vereinigung des Weltbundes die Konferenz organisiert und zusammen mit dem französischen Pfarrer Dr. Pierre C. Toureille (1900-1976) verantwortet.

 

Die Delegierten der Konferenz (die ursprünglich für den April 1932 geplant war) erhielten vorab das Programm und die Bahnverbindung mitgeteilt. „Besondere praktische Winke sind nicht zu geben. Sie werden ohne jede Schwierigkeit bis zur Westerburg durchreisen können und dort alles vorbereitet vorfinden.“[1]



Bonhoeffer selbst berichtete über die Veranstaltung in der Zeitschrift der Bekennenden Kirche „Die Eiche“, „dass die Konferenz vielleicht (als) die gelungenste des vergangenen Jahres bezeichnet werden muss. Das Thema: „Die Einheit des deutsch-französischen Protestantismus zwischen Katholizismus und Bolschewismus“ erwies sich als glücklich, weil es allgemein theologische Besinnung und konkrete Einzelfragen miteinander verband. Thesen und Referate waren lange vorbereitet und teilweise ausgetauscht. An den Abenden wurden die Fragen des deutschen und französischen Nationalismus diskutiert.“[2]



Auf dem Rückweg schickte Bonhoeffer noch eine Ansichtskarte aus Limburg an der Lahn an einen Pfarrerkollegen als „einen Gruß von meiner Franzosenkonferenz, die nicht so übel war.“[3]



Dass diese Konferenz nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte, bezeugt auch folgende Passage aus einer Andacht über Daniel 10 „Friede sei mit Dir“, die Bonhoeffer später in der Technischen Hochschule in Berlin hielt.




„Ich werde den Tag nicht vergessen, an dem mir dieser Text zum ersten Mal eindrücklich geworden ist. Es war auf einem Zusammensein von jungen Deutschen und jungen Franzosen; wir waren zusammengekommen auf dem gemeinsamen Boden der Kirche und wollten hier über die Dinge sprechen, die zwischen uns liegen, wollten uns unter das Gebot Gottes in unserer Stunde stellen, unter das Gebot >Friede auf Erden<..., und da wurde uns allen Angst, da wurde uns Bange um unsere Botschaft... Und als wir so etwas erschrocken beisammen waren, da las ein junger Franzose eben diese Worte... Und als er zu den Worten (an Daniel) kam: >courage, courage, Friede sei mit dir<, - da war uns allen so, dass wir nachher hätten sprechen können: Nun rede, Herr, denn du hast uns gestärkt!“[4]




Zwei Jahre später musste Dietrich Bonhoeffer predigen „nun wird die Sache gefährlich. Nun sind wir nicht mehr Zuschauer, Beobachter, Richter dieser Geschehnisse. Nun sind wir selbst die Angeredeten.“
[5]



Trotz der Möglichkeiten, im Ausland zu bleiben und dort zu arbeiten, kehrte er 1939 aus den USA nach Deutschland zurück. Er wollte die schwierige Zeit dieser nationalen Geschichte mit den Christen in Deutschland durchleben und engagierte sich im Widerstand um Hans von Dohnanyi, Hans Oster und Wilhelm Canaris.




Am 5. April 1943 wurde Dietrich Bonhoeffer verhaftet und in das Gefängnis Tegel in Berlin eingeliefert. Von Oktober 1944 bis Februar 1945 inhaftierte man ihn in dem Gestapokeller der Prinz-Albrecht-Straße. Nachdem die Gestapogebäude durch mehrere Luftangriffe schwer beschädigt wurden, zog ein Sondertransport mit Häftlingen in das KZ Buchenwald. Von dort konnte Bonhoeffer schon den Geschützdonner der Front hören. Am 3. April 1944 wurde er in Richtung Bayerischer Wald und letztendlich in das KZ Flossenbürg gebracht. Zwei Tage später fällte Hitler während der Mittagsbesprechung die Entscheidung, dass die Gruppe um Canaris und somit auch Dietrich Bonhoeffer getötet werden muss.

Rüdiger Klees

 

[1] Dietrich Bonhoeffer Werke, Bd.11, Gütersloh 1994, S. 75f, Brief an Pierre C. Toureille vom 27. 3. 1932
[2] DBW, Bd.11, S.358, Erster Bericht über die Jugendkonferenz des Weltbundes, ursprünglich abgedruckt in „Die Eiche“ 20 (1932), 365-367
[3] DBW, Bd.11, S.94, Ansichtskarte aus Limburg an der Lahn mit Poststempel vom 14.7.1932 an Erwin Sutz
[4] Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer, München 1967, S.294
[5] Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer, S.433f

 

 

» Download:

Dietrich
Bonhoeffer

 

Im Jahr 2006 wäre Dietrich Bonhoeffer 100 Jahre geworden. Zum runden Jubiläum veröffentlichte die Evangelische Sonntags-Zeitung (ESZ Frankfurt) eine Sonderbeilage. Auf den Seiten finden sich auch viele weitere Buchtipps zu den Werken Dietrich Bonhoeffers. Zum Nachlesen bieten wir die Sonderseiten der Evangelischen Sonntags-Zeitung hier als Download an. Die Evangelische Sonntags-Zeitung gibt es jede Woche neu. Unser Link führt Sie zur aktuellen Ausgabe.

» PDF-Datei (1,07 MB) | » Link zur ESZ

Filmtipp

”Dietrich Bonhoeffer - Die letzte Stufe”

Der deutsch-amerikanische Spielfilm von Eric Till wurde 1999 gedreht. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs beobachtet Bonhoeffer (gespielt von Ulrich Tukur) mit Sorge den Kniefall der Kirche vor dem Nazi-Regime. Nach einem Treffen mit Anhängern der Bekennenden Kirche darf er nicht mehr predigen und publizieren. Von den Pogromen der Nationalsozialisten erfährt er in den USA. Jedoch bleibt er nicht in Amerika, sondern unterstützt nach seiner Rückkehr den Widerstand in Deutschland.

Der 90minütige Film „Dietrich Bonhoeffer – die letzte Stufe“ beschreibt das Ringen zwischen christlichen Idealen und praktischer Notwendigkeit, Widerstand zu leisten. Die Repressionen gegen Bonhoeffer nehmen zu, er wird verhaftet. Sein einziger Außenkontakt ist seine Verlobte Maria. Sie will ihn befreien. Er lehnt es aber ab vor den Nazis zu fliehen. Bonhoeffer wird in das Konzentrationslager verlegt. Er geht seine letzte Stufe…

» Der Film kann beim Religionspädagogischen Institut Herborn (RPI) im "Haus der Kirche", Telefon 0 27 72 / 58 34 400, ausgeliehen werden.

 

 

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