Viele Lichter - viele Angebote
„Dill-Kirchen-Nacht“ hat wieder hunderte Menschen bewegt

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Region. Die Resonanz auf die ‚Nacht der offenen Kirchen’ ist großartig: Bei Besuchern und Veranstaltern gleichermaßen. Wie bereits 2005 und 2006 haben sich auch 2008 wieder viele Hunderte auf Entdeckungsreise zu den heimischen Kirchen begeben.

”Da steht man richtig vor der Qual der Wahl”, sagte eine Besucherin. So wie sie haben sich viele im Vorfeld ein paar Punkte aus dem umfangreichen Programm heraus gesucht. Einige nutzen die Aktion, um Kirchen kennenzulernen, die sie vorher noch nie von innen gesehen haben. “An der dritten Dill-Kirchen-Nacht haben sich diesmal 19 Kirchengemeinden mit vielfältigen Programmpunkten an insgesamt 23 Orten im alten Dillkreis beteiligt”, sagt Koordinator Holger Jörn Becker-von Wolff, “es sind damit mehr Kirchengemeinden dabei als in den Vorjahren”.

Weidelbach_Pfarrer am Ofen
Das sonnige Wetter zum Nachmittag haben die Gemeinden in Weidelbach und in Siegbach zu nutzen gewusst. Sie boten kulinarisches unter freiem Himmel an: In Weidelbach wurde das Feuer in den Öfen angefacht, um nach alter Tradition herzhafte Waffeln aus Kartoffelteig zu backen. An den rauchenden Schloten der fünf Öfen arbeiteten Pfarrer Rainer Czekansky und der Kirchenvorstand. Später zog die Versammlung zur benachbarten Kirche, um den ‚Feieroawend’, den Wochenausklang, zu feiern. Dass es nicht immer leicht ist, die Arbeit des Tages los zu lassen, verkörperten Karl und Erna in der Kirche. Sie begrüßten die versammelte Gemeinde in Dialekt und luden sie zum Sonntags-Gottesdienst ein. Vier Lieder wurden in Mundart mit der Gemeinde zu Gitarrenklängen gesungen, wobei es ein neu gedichtetes Lied zum Thema gab: Zur Melodie ‚Abend ward bald kommt die Nacht’ wurde der Text gesungen ‚Oawend ess, itz gebb doch Rouh’ – das kam sehr gut an. Für die 80 bis 90 Besucher wurden 8 Kilogramm Mehl zu Waffelteig verbacken, um 19.15 Uhr war keine Waffel mehr übrig, alles war verzehrt. Zur Vesper und im Gottesdienst waren alle Altersstufen vertreten und es gab viele positive Rückmeldungen.

Siegbach_StockbrotIn Siegbach kam fast Lagerfeuerromantik auf: Hier konnten kleine und große Besucher vor der Kirche Stockbrot backen.

In der Kirche konnten bei gedämpfter geistlicher Musik und im Schein der Kerzen etwa einhundert biblische Köstlichkeiten bestaunt, gerochen und geschmeckt werden. Das Evangelische Gotteshaus roch nach vielerlei Kräutern und Gewürzen, nach frischem Brot und „Esaus Linsengericht“. Besonderes Interesse weckten die vielen Informationen und die biblischen Geschichten zu den einzelnen Thementischen. Mit dem Sonnenuntergang veränderte sich in der Kirche auch die Stimmung: der zunächst sonnendurchflutete Raum verbreitete später Kerzenschein-Romantik.

Langenaubach_Ausstellung9a


Die Postkarten-Ausstellung in Langenaubach war stets umlagert: In der evangelischen Auferstehungskirche zeigten Mitglieder des Vereins „gegen-missbrauch“ aus Göttingen 200 Innenansichten von Betroffenen. Die Mitglieder des Vereins und ihr erster Vorsitzender Ingo Fock sowie Pfarrer Frank Leissler waren jederzeit ansprechbar für Gespräche.

Erwartungsvolle Blicke gab es von vielen Kindern bereits um 15 Uhr in der Evangelischen Kirche in Haiger-Allendorf: Hier wurde der ERF-Film “Verteidigt die Mühle!” gezeigt. Der Clou: Die Darsteller des Film waren alle anwesend und beantworteten sogar einige Fragen zum Dreh vor der Kamera.

„Die Nacht der offenen Kirchen war in Hirzenhain in diesem Jahr ein voller Erfolg“, teilt Pfarrer Michael Brück mit, „im Laufe des Abends waren über einhundert Menschen da.“ Für den Pfarrer ist es erfreulich, dass sich Kinder wie Erwachsene zu den Führungen in die Kirche einladen ließen. Es gab Kirchen- Bau-Wettbewerbe und ein Kirchenquiz. Dabei durften die Kinder auch einmal einen Blick von der Kanzel wagen.

Auch in Manderbach war die Beteiligung beim “Meditativen Tanz” überwältigend hoch: 44 Teilnehmer, darunter auch einige Männer, die es sich nicht nehmen ließen, mit zu tanzen. Dass es so viele Interessierte werden könnten, daran wagten die Organisatoren Silke Pauli, Hannelore Bach und Just Sperlich zu Beginn der „Nacht der offenen Kirchen“ gar nicht zu denken. Die Männer, die da waren, haben alle mitgetanzt. „Es war einfach schön, mitzuerleben, dass auch Menschen aus anderen Gemeinden und Orten zu uns nach Manderbach gefunden haben“, sagt Silke Pauli, „Alles in allem eine gelungene Sache. Wir konnten den Besuchern abspüren, dass es etwas Besonderes war, Glauben auf diese Weise zu erleben“.

Zum ersten Mal beteiligte sich die Mademühlen_Victoria10_Fabiola14Evangelische Kirchengemeinde Mademühlen an der Nacht der offenen Kirchen. Victoria (10) und Fabiola (14) waren beeindruckt von der „Kerzenkirche“ in Mademühlen: „Die Kirche ist jetzt viel schöner geschmückt als an Weihnachten“, sagten sie. Zuvor hatte Pfarrerin Kathleen Theiß die Besucher in die über 800jährige Geschichte der Wehrkirche entführt. Auf einer großen Leinwand liefen beeindruckende Bildpräsentationen von Hilde Buss zu Psalmen und bekannten Liedtexten. Sigfried Gerdau stellte dafür dankenswerter Weise einige seiner Bilder zur Verfügung. Für die Ausgestaltung der Kirche zeigten sich Judith Schönberger und Ingrid Seipel verantwortlich. Etwa 70 Besucher erfreuten sich in stimmungsvoller Atmosphäre an den wunderschönen Bildern, an den Kerzen und der Kerzenmeditation, die von Ingrid Seibel und Kathleen Theiß gestaltet wurde. In einem Gästebuch sollten sich die Leute eintragen, wie es ihnen gefallen hatte: Es gab durchweg positive Rückmeldungen. Hier einige Auszüge:
„Ich bin tief berührt, nachdenklich und glücklich zugleich“; „Danke für eine wunderschöne Nacht der offenen Kirchen“; „Ich finde es müsste öfter etwas veranstaltet werden damit die Menschen mehr in Ruhe und Frieden zusammenfinden können“; „Wir bedanken uns für einen wunderschönen Abend in der Wehrkirche“.

Zur SonderseiteAlles Gute leider seinen Preis: „Wir benötigen dringend Geldspenden, um die Nacht der offenen Kirchen gestalten zu können“, sagt Becker-von Wolff. Bislang hat das Referat für Öffentlichkeitsarbeit alle Kosten für Werbung, Internet, Plakate und Handzettel für die Gemeinden übernommen und manche Aktion noch mit bezuschusst. Das geht in Zukunft leider nicht mehr. „Wir benötigen etwa 5000 Euro, um diese und die kommenden Aktionen weiter zu realisieren.“ Die Spenden kommen zweckgebunden der „Nacht der offenen Kirchen“ und damit auch den Kirchengemeinden zu Gute.

> Mehr zur Nacht der offenen Kirchen

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BLZ 516 915 00
Konto-Nr. 11908



Dillenburg_stadtk


Barocker Orgelprospekt und Marmoriertes auf dem Holzwerk


In der Dillenburger Stadtkirche befindet sich unter dem Chor die Grablege der Ottonischen Linie derer von Nassau und in der einstigen Sakristei ruhen in vier mächtigen Bleisärgen das Fürstenpaar Heinrich von Nassau-Dillenburg und Dorothea Elisabeth von Schlesien-Leignitz und davor deren einzige - vor ihren Eltern verstorbenen - Enkel Erbprinz Heinrich August Wilhelm (1700- 1718) und die Prinzessin Elisabeth Charlotte (1703- 1720).

Der Innenraum wurde 1988 bis 1990 im Blick auf das 500-jährige Weihejubiläum restauriert und trägt nun auch wieder die frühere Bemalung: barocke Illusions- marmorierung auf dem Holzwerk.

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