|
Den Blick für die weltweite Dimension der Kirche Vorgestellt: Dr. Uwe Seibert
Dillenburg (hjb) – „Mission und Ökumene geht uns alle an“, sagt Dr. Uwe Seibert. Der promovierte Afrikanist ist gebürtig und aufgewachsen in Eibach. Als Referent für Mission und Ökumene wird der 43Jährige mit einer halben Stelle für das Dekanat Dillenburg tätig sein. „Jeder Christ ist berufen, die Einheit des Glaubens zu leben und Zeuge Jesu Christi zu sein. Wir sollten uns gegenseitig auf diesem Weg des Glaubens unterstützen und uns nicht gegenseitig Klötze in den Weg legen“, sagt Uwe Seibert, der sich zu Beginn seiner Tätigkeit mit dem katholischen Pfarrer Stefan Peter trifft. Im Gespräch mit dem Pfarrer der Pfarrei Herz-Jesu betont Seibert auch das positive Miteinander der katholischen und evangelischen Christen am Ort. „Sicher, es gibt theologische Unterschiede, es gibt Vorbehalte und Grenzen. Aber wir sind auf einem guten Weg, diese Grenzen zu überwinden“, weiß Uwe Seibert, der vor Jahren im katholischen Haus Elisabeth seinen Zivildienst absolvierte.
> Andere Stile der Frömmigkeit schätzen gelernt Seither hat Mission und Ökumene für Uwe Seibert an Bedeutung gewonnen. Ehrenamtlich unterstützt er den Eine-Welt-Laden der Katholischen Kirche in Dillenburg. Er engagiert sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Eibach, ist im CVJM aktiv und hat durch den Besuch von Gottesdiensten anderer Gemeinden auch andere Frömmigkeitsstile kennen und schätzen gelernt. „Nach meiner Schulzeit an der Wilhelm-von-Oranien-Schule in Dillenburg entschloss ich mich zum Studium afrikanischer Sprachen. Das habe ich zusammen mit semitischen Sprachen und Religionsgeschichte an der Philipps- Universität Marburg studiert, wo ich 1986 den Magisterabschluss erhielt“, berichtet Seibert. Danach arbeitete er für einige Jahre am Institut für Afrikanische Sprachwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Dort hat er 1997 promoviert. Mit seiner Frau Marianne hat er einige Zeit in Afrika und den Vereinigten Staaten gelebt. Mit ihren beiden Kindern war das Ehepaar im Auftrag der Wycliff-Bibelübersetzer in Zentralnigeria tätig. „Ich habe an der Universität Jos Linguistik unterrichtet und ein Sprachprojekt betreut. Von 2001bis 2003 war ich mit meiner Familie in den USA. Ich war dort als Gastforscher an der University of Colorado in Boulder“, berichtet er.
> Toleranz und Dialog sind wichtige Ziele 2003 kehrte die Familie wieder nach Eibach zurück. Die längeren Auslandsaufenthalte in Nigeria und den USA und nicht zuletzt Freundschaften mit Angehörigen anderer Gemeinden und Religionen haben Uwe Seibert geprägt. Er möchte als Referent für Mission und Ökumene vor allem auch darauf hinwirken, dass die Menschen in unserer Gegend einen Blick für die weltweite Dimension der Kirche bekommen und auch mit Angehörigen anderer Religionen, vor allem mit den Muslimen, ins Gespräch kommen. „Es gibt unsererseits manche Vorurteile und Ängste gegenüber Fremden. Dagegen hilft nur, einander besser kennen zu lernen“. Das Vertrauen müsse wachsen. Das brauche Zeit. „Es gibt dabei keine schnellen Erfolge“, meint Uwe Seibert, für den Toleranz und Dialog wichtige Ziele seiner Arbeit sind.
|