Das Wahrzeichen der Stadt:
Die Evangelische Stadtkirche in Haiger


Haiger. Sie ist mehr als 900 Jahre alt und für viele das Wahrzeichen der Stadt: die evangelische Stadtkirche in Haiger. Am Gotteshaus, das hoch über dem Marktplatz thront, hat in der Vergangenheit sichtbar der Zahn der Zeit genagt. Doch das ist mittlerweile Geschichte: Nach rund zwei Jahren Renovierung leuchtet die Kirche wieder wie ein Schmuckstück.

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Die Zeit hatte Spuren hinterlassen an dem altehrwürdigen Gebäude. Bröckelnder und von Algen befallener Putz, morsche Balken und marode Leitungen waren die Folge. So fasste der Kirchenvorstand Anfang 2002 den Beschluss, das denkmalgeschütze Gotteshaus zu sanieren. Gesagt, getan: Ein Restaurator aus Alsfeld untersuchte das Gebäude, um den Umfang der notwendigen Arbeiten abzuschätzen. Das Ergebnis der ersten Kostenkalkulation: 289 450 Euro würden für die Sanierung notwendig sein. Für die Kirchengemeinde bedeutete dies, einen Eigenanteil in Höhe von 100 000 Euro zu finanzieren. Den Rest wollte die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau übernehmen.

Doch eine zweite Untersuchung der Kirche machte die erste Kalkulation zunichte. Nicht - wie ursprünglich angenommen - zu 40 Prozent, sondern komplett musste der alte Putz abgeschlagen werden. Damit stiegen die Gesamtkosten auf rund 500 000 Euro. Ein Schock für den Kirchenvorstand, denn den Eigenanteil von nunmehr 180 000 Euro hätte die Gemeinde nicht aufbringen können.

Doch es gab Hilfe: Die Stadt sicherte 60 000 Euro zu, der Kirchenvorstand startete eine große Spendenaktion und nahm zudem ein Darlehn auf. So kam es Anfang vergangenen Jahres zu dem Beschluss, im ersten Bauabschnitt für 200 000 Euro den Turmbereich, und ein Jahr später Schiff und Chor für 309 000 Euro zu sanieren.

Zunächst erhielt die Kirche einen neuen Außenputz, das Schieferdach auf der Nordseite wurde neu gedeckt, viele der alten Holzbalken wurden erneuert, und Stufen im Turmaufgang mussten ausgetauscht werden. Doch die Arbeiten förderten immer neue Mängel zu Tage, die zusätzliche 60 000 Euro erforderlich machten. Parallel dazu musste auch die Heizungsanlage erneuert werden. Kosten: Rund 59 500 Euro.

Die Spendenaktion läuft noch immer, und auch die endgültige Höhe der Kosten steht noch nicht fest. Wie viel bereits gespendet wurde, will Udo Weiß, Bauausschuss-Vorsitzender der Kirchengemeinde, noch nicht sagen. Nur so viel: "Ohne die Spenden aus der Bevölkerung wäre die Sanierung nicht möglich gewesen." Inzwischen sind die vor zwei Jahren begonnenen Arbeiten nahezu abgeschlossen. Das noch im Sommer verhüllte Gotteshaus hat einen neuen, beige-weißen Anstrich erhalten, und die Rahmen der Fenster strahlen nun in einem warmen Rot-Ton.

 > Kontakt zur Kirchengemeinde
 > Stiftung Stadtkirche Haiger

















> Tipp:

>> Evangelische Kirchen sind oft unter der Woche geschlossen. Daher unser Tipp: Verbinden Sie einen Wochenendausflug mit dem Gottesdienstbesuch in der Stadtkirche Haiger, sonntags 10.30 Uhr. Anschließend gewährt man Ihnen bestimmt einen Blick auch auf die Fresken. Oder nehmen Sie, bevor Sie nach Haiger reisen, Kontakt mit der Kirchengemeinde auf. Die Adresse gibt es hier <<
 

 > Sehenswert:

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Fresken flämischer Maler von 1485


Im Inneren beherbergt das 960 Jahre alte Gotteshaus einen der bedeutendsten Kulturschätze der Region: Der Altarraum bot in den Jahren von 1485 bis etwa 1490 flämischen Malern genügend Platz, um ihn mit drei Fresken-Zyklen aus zu schmücken.

Die Bilder zeigen in der unteren Ebene die Leidensgeschichte Jesu vom Einzug nach Jerusalem bis zur Höllenfahrt.
 In der mittleren Ebene sind die Apostel zu sehen, und unter der Gewölbedecke sind unter anderem Jesus als Weltenrichter und die vier Evangelisten verewigt.

Stadtbrand überlebt

Nach der Einführung des reformatorischen Bekenntnisses im Jahre 1578 wurden die Fresken übertüncht. Es mutet kurios an, dass gerade das mehrmalige Überstreichen der Wände für den Erhalt der Gemälde gesorgt hat.
 Der Haigerer Stadtbrand von 1723 erfasste nämlich auch die Kirche. Die Fresken wären dabei zerstört worden - wären sie nicht übermalt gewesen. Erst ab 1905 wurden die Bilder wieder frei gelegt.

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