Buß- und Bettag | Gemeinden feiern

Ein Tag der Neuorientierung
Festen Platz im kirchlichen Festkalender behalten

busstag09_motiv_kleinRegion. Am Mittwoch, 18. November, ist Buß- und Bettag. Dieser Feiertag hat sich auch nach seiner Abschaffung 1995 als staatlicher Feiertag in vielen Kirchengemeinden als kirchlicher Gedenktag etabliert. Das beobachtet der Dillenburger Dekan Roland Jaeckle. Für evangelische Christen ist es ein Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben.

Der Feiertag wurde vor einigen Jahren allerdings zum politischen Zankapfel: Der protestantische Buß- und Bettag, erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Der Bußtag hat seinen festen Platz im kirchlichen Festkalender jedoch nicht verloren. Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten ein, um so auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen.

“Die hohe Resonanz auf dieses Angebot belegt, dass der Bußtag im Leben vieler Menschen nach wie vor tief verwurzelt ist”, sagt Dekan Roland Jaeckle. In diesem Jahr laden die evangelischen Kirchen am Mittwoch, 18. November ein, über das Wesentliche nachzudenken. Einzelne Gemeinden erinnern auch an den Mauerfall vor zwanzig Jahren oder rufen zum Gebet für mehr Frieden in der Welt auf.

Im Dekanat Dillenburg finden folgende Feiern statt:

In Dillenburg feiern evangelische und katholische Christen den Buß- und Bettag gemeinsam in der Evangelische Stadtkirche um 18.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrerin Ulrike Schmidt und Marion Schroeder gestalten. Anschließend findet ein Beisammensein im Pfarrsaal der Katholischen Kirche Herz Jesu statt. Im Gottesdienst wird für den Frieden in der Welt unter dem Motto „Mauern überwinden“ gebetet und die Friedenskerze von „pax-christi“ entzündet.

In Fellerdilln feiert die Evangelische Kirchengemeinde Dillbrecht zusammen mit den Freien Gemeinden aus Fellerdilln, Dillbrecht und Offdilln einen gemeinsamen Allianz-Gottesdienst in der Freien Evangelischen Gemeinde in Fellerdilln um 20 Uhr.

In Eschenburg-Hirzenhain findet ein Gottesdienst zu Buß- und Bettag um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Hirzenhain-Dorf statt.

Die Evangelische Kirchengemeinde Langenaubach feiert ihren Buß- und Bettag mit einem Gottesdienst ab 19 Uhr und mit dem Heiligem Abendmahl. Anschließend findet eine Gemeinde-Versammlung im Gemeindesaal unter der Kirche statt.

In Manderbach feiert die Evangelische Kirchengemeinde um 20 Uhr einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche.

In den Evangelischen Kirchengemeinde Nanzenbach und Eibach gestaltet Prädikantin Bärbel Hain die Gottesdienste an Buß- und Bettag: In Eibach um 18 Uhr und in Nanzenbach um 19.30 Uhr.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Oberroßbach wird am Buß- und Bettag um 19.30 Uhr in Oberroßbach ein Abendmahlsgottesdienst angeboten.


Im Dekanat Herborn finden folgende Veranstaltungen statt:

Der zentrale Gottesdienst am Buß und Bettag in der Evangelischen Kirchengemeinde Ambachtal findet um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Uckersdorf statt.

An den Mauerfall vor zwanzig Jahren, am 9. November 1989, erinnert die Evangelische Kirchengemeinde Ballersbach an ungewöhnlicher Stätte: An Buß- und Bettag können die Gemeindeglieder ab 18 Uhr das alte „Notkrankenhaus“ besichtigen, das unter der Schule in Mittenaar liegt und den Ort an die Zeit der atomaren Bedrohung erinnert. Um 19 Uhr trifft sich die Gemeinde zu einer Andacht auf dem Pausenhof der Schule und geht anschließend gemeinsam zur Kirche. Der Abend wird dort um 19.45 Uhr mit einem „Abendgebet für den Frieden in der Welt“ abgeschlossen.

In der Evangelischen Schlosskirche in Beilstein wird an Buß- und Bettag um 19.30 Uhr ein ökumenischer Abendgottesdienst gefeiert.

In Breitscheid findet ebenfalls um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche ein Gottesdienst statt.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Driedorf findet an Buß- und Bettag um 19 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Driedorf statt.

Die Evangelische Kirchengemeinde Nenderoth beteiligt sich um 19 Uhr an einem ökumenischen Gottesdienst in Mengerskirchen.

Die Evangelische Kirche in Herborn-Seelbach ist am „Buß- und Bettag“ von 15 bis 19 Uhr geöffnet. In dieser Zeit findet eine Leseaktion statt. Es werden von verschiedenen Gemeindegliedern jeweils zwei Kapitel aus der Apostelgeschichte, dem Galater-, dem Epheser- und dem Philipperbrief vorgelesen. Um 19 Uhr schließt sich ein Gottesdienst an.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Hörbach findet am Buß- und Bettag um 19 Uhr ein Kirchspielgottesdienst mit Abendmahl in der Evangelischen Kirche zu Guntersdorf statt.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Siegbach wird um 19 Uhr ein Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Eisemroth gefeiert.


Link zum Buss- und Bettag:

http://www.busstag.de/

 
 > Stichwort
  Buß- und Bettag:
Das Wort „Buße“ lässt allerdings unrichtige Assoziationen aufkommen. Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Haltungsänderung, eine Umkehr zu Gott hin.
 Dekan Jaeckle: "Von der Grundbedeutung geht es bei der Buße nicht so sehr um einen inneren Zustand der Bedrückung und Zerknirschung, sondern um Erneuerung. Gott möchte durch seine Vergebung eine Dynamik der Veränderung in uns bewirken: Verstrickungen können gelöst werden, Verletz- ungen heilen, Neuanfänge werden möglich."

Der Buß- und Bettag in Deutschland geht auf Notzeiten zurück. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Erst seit dem 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag (der letzte Sonntag des Kirchenjahres) begangen. Gemeinsame Bußzeiten waren schon in der Antike bekannt.

Theologisch sind sie dreifach begründet: Zunächst als Tage des fürbittenden Eintretens der Kirche für die Schuld der Gläubigen vor Gott. Dann soll die Kirche an den Bußtagen ihre Wächterfunktion den Sünden der Zeit gegenüber ausüben. Und schließlich sollten Bußtage dem einzelnen dazu dienen, sein Gewissen vor Gott zu prüfen. So gab es zum Beispiel auch Bußzeiten, die Not und Kriegsgefahr abwenden sollten.

Im Mittelalter gab es zweierlei Bußtage: Die einen wurden bei Bedarf von der Obrigkeit angeordnet, die anderen ergaben sich aus der Kirchen-Ordnung.

Der Sinn des Buß- und Bettages wird oft anders interpretiert. Mal soll das Volk büßen und beten, mal wird die Obrigkeit aufgefordert, ihr Denken zu prüfen und zu ändern.

In den unterschiedlichen Territorien Deutschlands wurden für den Buß- und Bettag unterschiedliche Termine festgelegt. So konnte man im Jahr 1878 in 28 deutschen Ländern insgesamt 47 Bußtage an 24 unterschiedlichen Tagen zählen. Diese Vielfalt wurde um der Einheitlichkeit willen 1893 in Preußen auf Initiative der zuständigen staatlichen Stellen zugunsten des Mittwochs vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr aufgegeben.

(Aus: wikipedia.de)














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Herausgeber: Öffentlichkeitsreferat
für die Dekanate Dillenburg und Herborn

Holger J. Becker-von Wolff
Friedrichstraße 2
35683 Dillenburg
Telefon: 02771/2677814 oder hier per Mail .
 

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